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Details zu den geplanten Toilettenbauten für die weiterführende Schule (CEG) in Gando

Zu einer so ökologisch durchdachten Schule wie dem jetzt im Bau befindlichen CEG gehört auch eine ökologische Toilettenanlage. Hier planen wir den Bau von sog. ecoan-Toiletten, also Toiletten, die die menschlichen Exkremente nicht - wie die üblichen Latrinen - als Abfall ansehen, sondern als Wertstoffe, die dem Naturkreislauf zurückgeführt werden können.
 
Am geeignetsten erscheinen uns sog. UDDTs (Urine Diverting Dehydrating Toilets), in denen Urin und feste Stoffe (Faeces) getrennt gesammelt werden, das Urin also gesondert in Tanks oder Kanister abgeführt wird und nach einer gewissen Lagerphase mit Wasser verdünnt als Dünger direkt auf die Felder verbracht werden kann, so dass die Faeces trocken gehalten werden und sich dadurch schneller zu Humus verwandeln. Zudem verbreiten sie, da nach jedem Geschäft Asche oder Erde in die Grube geschüttet wird und die Faeces abgedeckt werden, – keinen unangenehmen Geruch und locken damit auch keine Fliegen an. Schließlich können Urin und Humus zur Düngung und damit sichtbaren Ertragssteigerung im Schulgarten und der Mango-Anpflanzung aufgebracht werden. Langfristig und je nach Menge können daraus auch die umliegenden Gehöfte mit Dünger versorgt werden.
 
Unter den UDDTs ist die sinnvollste Lösung eine sog. Double-Vault-Toilette, also eine Toilette mit zwei Kammern: eine wird – in der Regel für 6 Monate – benutzt und dann nach Füllung verschlossen. Die Faezes können so weiter dehydrieren, bevor sie nach weiteren 6 Monaten als trockener Humus entnommen werden können. Währenddessen wird die zweite Kammer gefüllt und nach weiteren 6 Monaten wiederholt sich der Zyklus mit der 1. Kammer.
 
Wichtig wird ferner sein, die Toilette in einen Jungen- und einen Mädchenbereich zu trennen und in beiden Teilen jeweils Handwaschgelegenheiten einzurichten. Außerdem sollen in beiden Bereichen Urinale integriert werden, um die Toiletten zu entlasten und weniger anfällig gegen Fehlbenutzung (Urin in Faeces-Becken) zu machen. Im Mädchenbereich wird eine Waschkabine (Menstruation) integriert mit einem
Wasserablauf und damit der Möglichkeit, die Binden waschen zu können.
 
Wie bei allen Projekten Francis Kérés wird die Dorfgemeinschaft in den Bau einbezogen. Die Bauleitung wird in diesem Fall aber die EAA (Eau et Assainissement pour l'Afrique, Agence Intergouvernementale Panafricaine)** aus Ouagadougou übernehmen. Sie hat bereits 2006-2009 Erfahrungen im Bau von ecosan-Toiletten in einem von der EU geförderten Projekt, das gemeinsam mit der GIZ durchgeführt wurde, in Ouagadougou gewonnen. Um dieses Wissen auch später in die Gehöfte tragen und dort ebenfalls ecosan-Toiletten errichten zu können, werden vor Baubeginn einige Dorfbewohner aus Gando, die bereits bei den früheren Bauten Francis Kérés eingespannt waren, von EAA in Ouagadougou im Bau dieser Toiletten geschult und beteiligen sich dann am Bau der Schullatrinen.
Der Bau von ecosan-Toiletten bietet die oben genannten Vorteile (Geruchslosigkeit, Dünger-Generierung), bedarf aber auch der strengeren Einhaltung von Sauberkeit und bestimmter Benutzungsregeln. Darin müssen die Schülerinnen und Schülern geschult werden. Das bietet die Gelegenheit, den Hygieneunterricht an der Schule zu erweitern und das Wissen um Hygiene praxisnah zu vermitteln. Dazu gehört auch so etwas Triviales wie die Notwendigkeit des Händewaschens mit Seife zu vermitteln und zu praktizieren.
 
Zudem bedürfen diese Toiletten einer intensiveren Wartung. Die Grundschule hat bereits gute Erfahrung gemacht bei der Einbeziehung von Schülern in die Verantwortung für ihre Schule: die seit 2010 begonnene und ständig erweiterte Mango-Anpflanzung um die Schule wird seit Beginn von einer Gruppe von Schülerinnen und Schülern unter Leitung eines Lehrers gepflegt; jeder der Schüler trägt Verantwortung für „seinen“ Baum. Ebenso wird der Schulgarten vor und nach Schulschluss von den Schülern betreut.
 
Da uns nur begrenzte Mittel zur Verfügung stehen, diese Toiletten aber Vorbildcharakter haben sollen und in das dörfliche Umfeld ausstrahlen sollen, kommt es uns nicht auf Masse, sondern auf Klasse an: geplant sind daher zunächst „nur“ je 1 Block für Jungen und Mädchen mit jeweils 12 Kabinen. Die EAA rechnet mit Kosten von 12.000 € pro Block. Zusätzliche Kosten werden für unsere Sonderwünsche (je zur Hälfte Einbau von Urinalen, Waschgelegenheit innerhalb der Toilettenbereiche, Waschraum für Mädchen) entstehen. Zudem würden wir gerne auf Francis‘ bewährte Bautechniken zurückgreifen und nicht mit den normalen Mauerblöcken arbeiten, sondern mit gepressten Lehmziegeln. Die in der Grundschule bewährte Dachtechnik wäre auch hier sinnvoll, da sie zum einen das Gebäude vor Witterungseinflüssen schützt und zum anderen für genügend Licht im Inneren sorgt (eine Tondecke, wie sie bei den Schulbauten eingezogen ist, wäre hier nicht nötig).